Für die Stadt Luckenwalde haben wir eine Systemanalyse durchgeführt, um die Ursache für ein bekanntes Symptom zu suchen. In einem Verteilsystem mit insgesamt drei Erzeugern, welche Wärme für mehrere Nicht-Wohngebäude (eine Turnhalle und ein Schwimmbad) bereitstellen, kam es bei bestimmten Betriebszuständen zu einer nicht ausreichenden Vorlauftempatur in einem Verteilkreis.
Eine hydraulische Weiche kommt oft in einem größeren Heizungssystem zum Einsatz, um Erzeugungs- und Verbrauchssystem von einander zu entkoppeln. Diese Verbindung zwischen Vor- und Rücklauf verhindert, dass die Pumpen auf der Primär- bzw. Sekundärseite sich gegenseitig beeinflussen. Zugleich erleichtert sie damit die Auslegung und die Regelung von Heizungspumpen und Heizkreisen. Das Verhältnis zwischen primären und sekundären Volumenstrom hat hierbei einen Einfluss auf die sekundärseitige Vorlauftemperatur.

Für die Analyse haben wir unser Retrofit-Monitoringsystem installiert, um mit Hilfe der Temperaturverläufe das Systemverhalten transparent darstellen zu können. Mit Hilfe der Visualisierung in der Web-App konnte die Beimischung in der hydraulischen Weiche als ursächlich für die Absenkung der sekundären Vorlauftemperatur identifiziert werden. Der Effekt wurde dadurch verstärkt, das bei einer Unterversorgung der Volumenstrom sekundärseitig erhöht wurde. Mit Hilfe der Web-App gibt es nun eine gemeinsame Datenbasis für die Konfiguration der Untersysteme von verschiedenen Betreibern.