Für die Stadt Luckenwalde haben wir eine Systemanalyse durchgeführt, um die Ursache für ein bekanntes Symptom zu suchen. In einem Verteilsystem mit insgesamt drei Erzeugern, welche Wärme für mehrere Nicht-Wohngebäude (eine Turnhalle und ein Schwimmbad) bereitstellen, kam es bei bestimmten Betriebszuständen zu einer nicht ausreichenden Vorlauftempatur in einem Verteilkreis.

Eine hydraulische Weiche kommt oft in einem größeren Heizungssystem zum Einsatz, um Erzeugungs- und Verbrauchssystem von einander zu entkoppeln. Diese Verbindung zwischen Vor- und Rücklauf verhindert, dass die Pumpen auf der Primär- bzw. Sekundärseite sich gegenseitig beeinflussen. Zugleich erleichtert sie damit die Auslegung und die Regelung von Heizungspumpen und Heizkreisen. Das Verhältnis zwischen primären und sekundären Volumenstrom hat hierbei einen Einfluss auf die sekundärseitige Vorlauftemperatur.

Visualisierung in der Web-App

Der sekundäre Vorlauf (3) ist deutlich geringer als der primäre Vorlauf (1). Die Rücklauftemperaturen (2 und 4) sind beinahe identisch. Ein klares Zeichen für eine Beimischung in der hydraulischen Weiche. Nach der Absenkung der sekundärseitigen Volumenströme erreicht die Vorlauftemperatur wieder Ihren Sollwert und wir können einen hydraulischen Abgleich vermelden. An allen Heizkreisen liegt nun wieder die gewünschte Vorlauftemperatur an.

Für die Analyse haben wir unser Retrofit-Monitoringsystem installiert, um mit Hilfe der Temperaturverläufe das Systemverhalten transparent darstellen zu können. Mit Hilfe der Visualisierung in der Web-App konnte die Beimischung in der hydraulischen Weiche als ursächlich für die Absenkung der sekundären Vorlauftemperatur identifiziert werden. Der Effekt wurde dadurch verstärkt, das bei einer Unterversorgung der Volumenstrom sekundärseitig erhöht wurde. Mit Hilfe der Web-App gibt es nun eine gemeinsame Datenbasis für die Konfiguration der Untersysteme von verschiedenen Betreibern.

Weitere Referenzprojekte
Analyse Gebäudetechnik